Schweinfurt (red). Mit dem Aschermittwoch endete nicht nur die närrische Zeit, sondern auch die Regentschaft von Prinzessin Sandra I. an der Seite ihres Prinzen Martin II. Nach zahlreichen Faschingssitzungen, Umzügen und offiziellen Repräsentationsauftritten verabschiedete sich das Prinzenpaar bei einem letzten gemeinsamen Essen von einer ereignisreichen Session – mit einem wehmütigen, aber dankbaren „Adieu“.
Dabei hatte alles ganz harmlos begonnen. Prinzenpaarwerberin Melanie Blüml fragte an, ob Sandra und ihr Mann bereit wären, die Würde des Faschingsprinzenpaares zu übernehmen. „In welchem Jahr?“, sei damals ihre erste Reaktion gewesen, erinnert sich Sandra lachend im Gespräch mit dieser Zeitung. Schnell wurde klar: Es sollte genau in dieser Session „brenzlig“ werden. Eine Entscheidung, die sie nicht bereut hat. „Es waren sehr viele Termine, aber es waren auch sehr angenehme Termine. Gerade die kleinen Veranstaltungen waren sehr herzlich“, resümiert die scheidende Prinzessin. Besonders die Begegnungen mit Kindern, Vereinen und Ehrenamtlichen seien ihr in Erinnerung geblieben.
Doch am Aschermittwoch wurde das Zepter – „leider“, wie sie betont – wieder abgelegt. Der Alltag wartet. Sandra ist Bauherrefachberaterin von Heinz von Heiden Massivhäuser am Standort Sennfeld. Parallel dazu steht für sie jedoch eine neue Herausforderung an: der Kommunalwahlkampf. Sandra kandidiert parteilos auf Listenplatz drei für die Freie Demokratische Partei (FDP) bei der Stadtratswahl und unterstützt den Oberbürgermeisterkandidaten Axel Schöll. Ihr zentrales Thema ist die Verkehrsanbindung zwischen Stadt und Landkreis – insbesondere rund um die Maxbrücke. „Stadt und Land sind kaum so eng verknüpft wie durch die Maxbrücke“, betont sie. Für sie ist klar: Eine leistungsfähige Verbindung sei entscheidend für Bürger, Handel und Unternehmen.
Aus ihrer unternehmerischen Perspektive fordert sie seit Langem eine dritte Mainbrücke. In den vergangenen 16 Jahren sei aus ihrer Sicht zu wenig vorangebracht worden. „Man hätte längst eine dritte Brücke bauen können“, sagt sie deutlich. Auch bei anderen Projekten wie dem St.-Josefs-Krankenhaus habe es zu viel Stillstand gegeben. Statt Entscheidungen gebe es immer nur neue Gutachten. Gleichzeitig erinnert sie daran, dass frühere Stadtspitzen durchaus Impulse gesetzt hätten – auch wenn nicht jedes Projekt unumstritten gewesen sei. Entscheidend sei, „dass wieder gehandelt wird“.
Ein weiterer Aspekt ihres Engagements betrifft die wirtschaftliche Entwicklung. Für Unternehmen wie Heinz von Heiden Massivhäuser sei eine gute Erreichbarkeit der Innenstadt essenziell. Wer in ein modernes Massivhaus einziehe, erwarte nicht nur Wohnkomfort, sondern auch eine funktionierende Infrastruktur, lebendigen Handel und attraktive Angebote – etwa im Hafenbereich. Auch das sogenannte Bundessondervermögen für Infrastruktur sieht sie differenziert. Fördermittel von bis zu 50 Prozent seien zwar möglich, doch bestimmte bauliche Vorgaben – etwa der Verzicht auf einen Stützpfeiler in der Flussmitte – machten Projekte wie die Maxbrücke komplex und langwierig, zumal mit einer Bauzeit von mindestens drei Jahren zu rechnen sei.
Als Unternehmerin beschäftigt sie zudem die zunehmende Reglementierung im Baubereich. Vorgaben wie extensive Dachbegrünungen bei Neubauten sieht sie kritisch, wenn diese ohne ausreichende fachliche Abwägung umgesetzt würden. Nachhaltigkeit sei wichtig, sagt sie, müsse aber praktikabel bleiben. „Da müssen Leute Einfluss nehmen, die Ahnung haben.“ So endet für Prinzessin Sandra I. zwar die närrische Regentschaft – doch politisch und beruflich beginnt eine ebenso intensive Zeit. Die Krone ist abgelegt, das Engagement bleibt.

