83 Mio. Euro Zuschuss für den ÖPNV

Foto: Eileen Shakulin

Deutschlandticket verursacht hohe Mindereinnahmen

Die Regierung von Unterfranken stärkt im Jahr 2025 den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit rund 83 Millionen Euro. Vor allem das Deutschlandticket sorgt jedoch für erhebliche Mindereinnahmen bei den Verkehrsunternehmen. Deshalb fließen große Teile der Fördermittel in den finanziellen Ausgleich.

Die bereitgestellten Mittel unterstützen neue Busse, vergünstigte Fahrkarten für Schülerinnen und Schüler, Infrastrukturprojekte sowie den Ausbau des neuen Nahverkehrsverbunds Mainfranken (NVM).

Deutschlandticket: 35,5 Millionen Euro Ausgleichszahlungen

Seit dem Start des Deutschlandtickets am 1. Mai 2023 und dem bayerischen Ermäßigungsticket am 1. September 2023 steigt die Attraktivität des ÖPNV deutlich. Gleichzeitig entsteht jedoch eine Finanzierungslücke zwischen Ticketpreis und tatsächlichen Kosten.

Damit Verkehrsunternehmen keine finanziellen Nachteile erleiden, übernehmen der Bund und der Freistaat Bayern jeweils die Hälfte der Mindereinnahmen aus dem Deutschlandticket. Die zusätzlichen Kosten für das um 20 Euro günstigere bayerische Ermäßigungsticket trägt Bayern vollständig.

Im Jahr 2025 erhalten die betroffenen Verkehrsunternehmen in Unterfranken insgesamt 35,506 Millionen Euro als Ausgleich.

Ausbildungsverkehr bleibt zentrale Säule der Finanzierung

Vergünstigte Zeitkarten für Schülerinnen, Schüler, Studierende und Auszubildende sichern Mobilität, verringern jedoch die Einnahmen der Verkehrsunternehmen. Deshalb gleichen kommunale Aufgabenträger diese Verluste aus.

Landkreise und kreisfreie Städte erhalten dafür 2025 insgesamt 13,981 Millionen Euro.

Zusätzlich gilt seit dem 1. August 2025 das 365-Euro-Ticket im gesamten Gebiet des Nahverkehrsverbunds Mainfranken. Schülerinnen, Schüler und Auszubildende nutzen damit Busse und Bahnen ein Jahr lang für nur einen Euro pro Tag.

Zwei Drittel der Mindereinnahmen übernimmt der Freistaat Bayern, ein Drittel tragen die kommunalen Aufgabenträger. Der bayerische Anteil beläuft sich 2025 auf rund 8,718 Millionen Euro.

10,2 Millionen Euro für kommunale ÖPNV-Zuweisungen

Neben dem Ticket-Ausgleich stärkt der Freistaat auch die regionale Organisation des Nahverkehrs. Unterfränkische Landkreise und kreisfreie Städte erhalten 2025 weitere 10,196 Millionen Euro.

Die Kommunen investieren diese Mittel gezielt in neue Linien, dichtere Taktungen, bessere Anschlüsse sowie Kooperationen innerhalb des Verkehrsverbunds. Dadurch verbessert sich das Angebot insbesondere im ländlichen Raum deutlich.

Investitionen in klimafreundliche Busse

Darüber hinaus treibt Bayern die Verkehrswende voran. In Unterfranken fließen 5,375 Millionen Euro in moderne Klimabusse mit emissionsarmen oder emissionsfreien Antrieben.

Mit diesen Fördermitteln schaffen Verkehrsunternehmen 50 neue Niederflurbusse an. Dadurch erhöhen sie nicht nur den Fahrkomfort, sondern senken gleichzeitig CO₂-Emissionen und Schadstoffausstoß.

Flexible Mobilität im ländlichen Raum

Gerade im ländlichen Raum gewinnen flexible Verkehrsangebote an Bedeutung. Deshalb unterstützt die Regierung von Unterfranken 14 Projekte mit rund 2,49 Millionen Euro.

Rufbusse und moderne On-Demand-Verkehre bringen Fahrgäste flexibel ans Ziel. Inzwischen bieten nahezu alle unterfränkischen Landkreise solche bedarfsorientierten Lösungen an.

Zusätzlich investieren Kommunen rund 1,63 Millionen Euro in Infrastrukturmaßnahmen. Sie bauen zentrale Busbahnhöfe aus, modernisieren Haltestellen, erweitern Betriebshöfe und schaffen neue Park-and-Ride- sowie Bike-and-Ride-Anlagen.

Neuer Nahverkehrsverbund Mainfranken gestartet

Seit dem 1. Januar 2025 bündelt der Nahverkehrsverbund Mainfranken (NVM) den öffentlichen Verkehr in der Region. Mit mehr als 7.000 Quadratkilometern Fläche und rund einer Million Einwohnerinnen und Einwohnern zählt er zu den größten Verkehrsverbünden Bayerns.

Bereits 2019 unterstützte die Regierung von Unterfranken die Vorbereitung der Verbundintegration mit 1,9 Millionen Euro.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter betont das Ziel eines flächendeckenden ÖPNV im ländlichen Raum sowie ausreichender Kapazitäten in den Ballungsräumen. Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer hebt die spürbaren Verbesserungen für die Alltagsmobilität in Unterfranken hervor.

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